Mentoren und Mentees matchen: Kriterien und Methoden
Regeln, Selbstauswahl und Hybride funktionieren alle als Matching-Methode. Wichtiger sind klare Kriterien, ein Verfahren, das als fair gilt, und eine zügige Zuordnung.
Die drei Matching-Methoden
- RegelnSoftware bewertet Matches, Administrator gibt frei
- HybridAlgorithmus schlägt vor, ein Mensch bestätigt
- SelbstauswahlMentees stöbern und fragen an
Matching durch den Administrator nach Regeln. Sie legen Kriterien fest, die Software bewertet jedes mögliche Match, Sie prüfen und geben frei. Das ist fair, schnell und gut begründbar und funktioniert auch bei mehr als ein paar Dutzend Personen. Voraussetzung sind brauchbare Profildaten.
Selbstauswahl durch Mentees. Mentees sehen sich Mentorenprofile an und fragen ein Matching an. Das passt zu Communities, in denen Hierarchie fehl am Platz wäre. Begrenzen Sie die Anfragen pro Mentor, erinnern Sie zögernde Mentees und halten Sie eine Lösung für alle bereit, die niemanden finden.
Hybrid. Der Algorithmus schlägt eine Auswahl vor, und der Mentee wählt oder der Mentor bestätigt. Mitsprache ist gut belegt: In einer Studie zu formalen Programmen hing die wahrgenommene Mitsprache am Mentoring-Prozess durchweg mit besserem Mentoring und höherer Beziehungsqualität zusammen (Allen, Eby & Lentz, Journal of Applied Psychology, 2006).
Entscheiden Sie pro Programm. Ein Accelerator kann beides nutzen: Lead-Mentoren nach Regeln zugeordnet, dazu offene Sprechstunden, die jedes Gründerteam buchen kann.
Welche Kriterien Sie nutzen
Ungefähr in dieser Reihenfolge:
- Harte Bedingungen. Gemeinsame Sprache, passende Zeitzonen, keine direkte Berichtslinie (bei Programmen für Mitarbeitende). Machen Sie daraus Pflichtregeln, die ein Match ganz ausschließen, statt nur den Score zu senken.
- Ziel und Erfahrung. Das Ziel des Mentees („ins Produktmanagement wechseln“) sollte zur tatsächlichen Erfahrung des Mentors passen, nicht zu seinem Jobtitel. Fragen Sie Ziele im Bewerbungsformular in strukturierten Feldern ab, nicht nur als Freitext.
- Hintergrund, gleich oder verschieden. Dieselbe Abteilung überträgt Fachwissen, verschiedene Abteilungen öffnen Netzwerke und fördern Offenheit. Wählen Sie nach Programmziel und legen Sie es als Gleich-/Verschieden-Regel an.
- Abstand in der Laufbahn. Ein sinnvoller Standard sind zwei oder mehr Ebenen oder rund fünf Jahre mehr Erfahrung.
- Gemeinsame Interessen, schwach gewichtet. Sie helfen beim ersten Gespräch, tragen aber keine sechs Monate.
Bleiben Sie bei zwei bis drei gewichteten Kriterien plus ein bis zwei Pflichtregeln. Jeder weitere Faktor verwässert die, auf die es ankommt.
So funktioniert das Regel-Scoring in Mentornity
Das Scoring ist einfach genug, um es jedem zu erklären, der ein Matching infrage stellt. Jede Regel vergleicht ein Feld des Mentors mit einem Feld des Mentees (gleich, verschieden, ähnlich, identisch, größer) und hat ein Gewicht. Der Score eines Matches lautet:
Gewicht der erfüllten Regeln ÷ Gesamtgewicht aller Regeln × 100
Bei vier gleich gewichteten Regeln, von denen drei erfüllt sind, erreicht das Match 75 %. Ein höheres Gewicht lässt eine Regel stärker zählen.
- 1Regeln festlegenFelder, Vergleich und Gewicht
- 2AusschließenMatches, die eine Pflichtregel verletzen
- 3BewertenJedes verbleibende Match
- 4ZuordnenBeste Matches im Rahmen der Kapazität
- 5PrüfenAdministrator gibt einzeln oder alle frei
Matches mit 0 % werden nie automatisch zugeordnet. Im Admin-Bereich klicken Sie unter Matching Algorithm auf Calculate, prüfen die vorgeschlagenen Matches und geben sie einzeln oder alle auf einmal frei. Bei gleichen Daten ist das Ergebnis immer gleich. Jede Matching-Aktion wird unter Matching Actions protokolliert. So beantworten Sie die Frage „Warum diese beiden?“ mit den Regeln statt mit einem Bauchgefühl.
Wie ein faires Verfahren aussieht
- Transparenz. Veröffentlichen Sie die Kriterien zum Programmstart. Sichtbare Regeln verhindern Spekulationen darüber, wie die Zuordnungen zustande kamen.
- Zustimmung. Jemand bestätigt jedes Matching ausdrücklich: Mentor, Mentee oder Administrator.
- Ausstieg ohne Schuldfrage. Ein Zeitfenster für eine Neuzuordnung in Woche drei oder vier, ohne Begründung. Wer ein Match, das nicht funktioniert, zum Weitermachen zwingt, verliert womöglich beide.
Typische Fehler beim Matching
- Nach Jobtiteln matchen. Hinter „Director“ stecken sehr unterschiedliche Aufgaben. Matchen Sie nach angegebener Erfahrung und Zielen.
- Star-Mentoren überlasten. Wer den fünf besten Mentoren je acht Mentees gibt, brennt genau die Menschen aus, von denen das Programm abhängt. Legen Sie Obergrenzen fest.
- Matching als einmalige Aufgabe sehen. Nachzügler, Neuzuordnungen und neue Kohorten kommen bald. Speichern Sie Ihre Regeln und lassen Sie das Scoring bei Bedarf neu laufen. Hier hilft Software.
- Übrig gebliebene im Unklaren lassen. Sagen Sie Personen ohne Matching, wie es weitergeht. Bieten Sie Gruppen-Mentoring oder die nächste Kohorte an und gewinnen Sie für die nächste Runde mehr Mentoren. Hat eine Pflichtregel sie ausgeschlossen, prüfen Sie, ob sie wirklich Pflicht sein muss.
Matching ist ein Schritt in einer längeren Abfolge, siehe Mentoring-Programm starten. Um die Matching-Engine auszuprobieren, erstellen Sie ein kostenloses Programm für bis zu 10 Nutzer, legen zwei Regeln an und klicken auf Calculate.