Evaluationsfragebogen Mentoring: Vorlagen mit Fragen

Aktualisiert: 8. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

Ein Evaluationsfragebogen für das Mentoring ist eine kurze Befragung von Mentees, Mentoren und Stakeholdern dazu, wie das Programm funktioniert hat: ob sich die Tandems getroffen haben, ob die Ziele vorangekommen sind, wie gut das Programm unterstützt hat und was sich ändern soll. Hier finden Sie fünf einsatzbereite Fragebögen mit Antwortformat zu jeder Frage sowie Hinweise zu Zeitpunkt, Anonymität und Auswertung.

Die Vorlagen passen zu jedem strukturierten Mentoring-Programm, ob im Unternehmen, an der Hochschule, im Accelerator oder in einem Verband. Die Befragung ist ein Baustein der Evaluation; die ganze Methode beschreibt der Leitfaden Mentoring-Programm evaluieren.

Wie nutzen Sie die Vorlagen?

  1. Wählen Sie die Fragebögen aus. Die meisten Programme nutzen die Zwischenbefragung (Bogen 1) und beide Abschlussbefragungen (Bogen 2 und 3). Feedback pro Treffen (Bogen 4) und die Stakeholder-Befragung (Bogen 5) sind optional.
  2. Legen Sie fest: anonym oder vertraulich. Ein Satz oben im Fragebogen genügt.
  3. Ändern Sie Formulierungen, nicht die Struktur. Setzen Sie Ihre Rollenbezeichnungen und den Programmnamen ein. Behalten Sie die Skalen über alle Runden bei, damit Sie vergleichen können.
  4. Streichen Sie, was keine Entscheidung auslöst.
  5. Planen Sie Versand und Erinnerungen vor dem Start, als Teil der Steuerung Ihres Mentoring-Programms.
  6. Werten Sie innerhalb von zwei Wochen aus, solange das Programm allen noch präsent ist.

Die Vorlage

Antwortformate:

  • Skala 1–5 (Zustimmung): 1 = Stimme überhaupt nicht zu, 2 = Stimme nicht zu, 3 = Teils, teils, 4 = Stimme zu, 5 = Stimme voll zu.
  • Skala 1–5 (Nutzen): 1 = Gar nicht hilfreich, 2 = Wenig hilfreich, 3 = Mäßig hilfreich, 4 = Sehr hilfreich, 5 = Äußerst hilfreich.
  • Ja/Nein, Mehrfachauswahl (Optionen angegeben), Freitext.
  • Weiterempfehlung 0–10: 0 = Überhaupt nicht wahrscheinlich, 10 = Äußerst wahrscheinlich.

Bogen 1. Zwischenbefragung (alle Teilnehmenden, 5–7 Fragen)

Zur Halbzeit verschicken. Dauer: etwa drei Minuten.

  • Programm: ________ Rolle: Mentor / Mentee Rückmeldung bis: ________
#FrageAntwortformat
1Wie oft haben Sie sich bisher mit Ihrem Mentor bzw. Mentee getroffen?Mehrfachauswahl: 0 / 1 / 2–3 / 4–5 / 6 oder mehr
2Wir treffen uns so oft wie vereinbart.Skala 1–5 (Zustimmung)
3Mein Tandem passt zu dem, was ich mir vom Programm erhoffe.Skala 1–5 (Zustimmung)
4Wir haben klare Ziele vereinbart.Ja / Nein / Teilweise
5Was erschwert die Treffen?Mehrfachauswahl: Zeit / Terminfindung / Unklare Ziele / Passung / Sonstiges: ________ / Nichts
6Möchten Sie, dass das Programmteam Sie zu Ihrem Tandem kontaktiert?Ja / Nein
7Was würde die zweite Hälfte nützlicher machen?Freitext

Bogen 2. Abschlussbefragung für Mentees (ca. 15 Fragen)

In der letzten Programmwoche oder bis zwei Wochen danach verschicken. Dauer: acht bis zehn Minuten.

  • Programm: ________ Jahrgang: ________ Diese Befragung ist: anonym / vertraulich

A. Die Mentoring-Beziehung

#FrageAntwortformat
1Wie oft haben Sie sich insgesamt mit Ihrem Mentor getroffen?Mehrfachauswahl: 0 / 1–2 / 3–5 / 6–9 / 10 oder mehr
2Mein Mentor passte gut zu meinen Zielen.Skala 1–5 (Zustimmung)
3Ich konnte offen mit meinem Mentor sprechen.Skala 1–5 (Zustimmung)
4Mein Mentor war vorbereitet und erreichbar.Skala 1–5 (Zustimmung)

B. Ziele und Ergebnisse

#FrageAntwortformat
5Ich bin bei meinen Zielen vorangekommen.Skala 1–5 (Zustimmung)
6Wobei hat das Mentoring geholfen? (Mehrfachnennung)Mehrfachauswahl: Fähigkeiten / Selbstvertrauen / Berufliche Richtung / Netzwerk / Konkretes Projekt / Sonstiges: ________
7Was machen Sie dank des Mentorings anders?Freitext
8Mein nächster Schritt nach dem Programm ist klar.Skala 1–5 (Zustimmung)

C. Das Programm

#FrageAntwortformat
9Wie hilfreich war der Kick-off bzw. die Einführung?Skala 1–5 (Nutzen)
10Wie hilfreich waren Themen, Leitfäden und Materialien?Skala 1–5 (Nutzen)
11Das Programmteam hat reagiert, wenn ich Hilfe brauchte.Skala 1–5 (Zustimmung) / Brauchte keine Hilfe
12Die Programmdauer war:Mehrfachauswahl: Zu kurz / Passend / Zu lang

D. Gesamteindruck

#FrageAntwortformat
13Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie das Programm weiterempfehlen?Weiterempfehlung 0–10
14Würden Sie wieder teilnehmen?Mehrfachauswahl: Ja, als Mentee / Ja, als Mentor / Nein / Weiß nicht
15Was sollten wir für die nächste Runde ändern?Freitext

Bogen 3. Abschlussbefragung für Mentoren (ca. 14 Fragen)

Zeitgleich mit Bogen 2 verschicken.

#FrageAntwortformat
1Wie oft haben Sie sich insgesamt mit Ihrem Mentee getroffen?Mehrfachauswahl: 0 / 1–2 / 3–5 / 6–9 / 10 oder mehr
2Mein Mentee passte gut zu meiner Erfahrung.Skala 1–5 (Zustimmung)
3Mein Mentee kam vorbereitet zu den Treffen.Skala 1–5 (Zustimmung)
4Mein Mentee ist bei seinen Zielen vorangekommen.Skala 1–5 (Zustimmung)
5Ich hatte neben meiner Arbeit genug Zeit für das Mentoring.Skala 1–5 (Zustimmung)
6Vor dem Start wusste ich, was von mir als Mentor erwartet wird.Skala 1–5 (Zustimmung)
7Wie hilfreich war die Mentorenschulung bzw. das Briefing?Skala 1–5 (Nutzen) / Nicht teilgenommen
8Wie hilfreich waren Themen, Leitfäden und Materialien?Skala 1–5 (Nutzen)
9Was haben Sie selbst mitgenommen? (Mehrfachnennung)Mehrfachauswahl: Neue Perspektiven / Führungspraxis / Freude am Helfen / Netzwerk / Nichts Besonderes / Sonstiges: ________
10Gab es einen Moment, in dem Sie Unterstützung gebraucht und nicht bekommen haben?Ja / Nein. Wenn ja: ________
11Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie das Mentoring in diesem Programm Kollegen empfehlen?Weiterempfehlung 0–10
12Wären Sie in der nächsten Runde wieder Mentor?Ja / Nein / Vielleicht
13Was sollten wir genau so beibehalten?Freitext
14Was sollten wir ändern?Freitext

Bogen 4. Feedback nach jedem Treffen (3 Fragen)

Direkt nach dem Treffen verschicken. Dauer: unter einer Minute. Meist namentlich.

#FrageAntwortformat
1Das Treffen war hilfreich.Skala 1–5 (Zustimmung)
2Haben wir nächste Schritte mit Verantwortlichen und Termin vereinbart?Ja / Nein
3Sollte das Programmteam etwas wissen?Freitext (optional)

Bogen 5. Befragung von Programmverantwortlichen und Stakeholdern (optional)

Für Sponsoren, Führungskräfte der Teilnehmenden, Koordination oder Förderer. Nach Versand des Abschlussberichts verschicken.

  • Name und Funktion (optional): ________ Bezug zum Programm: Sponsor / Führungskraft / Koordination / Förderer
#FrageAntwortformat
1Das Programm hat die zu Beginn vereinbarten Ziele erreicht.Skala 1–5 (Zustimmung)
2Ich wurde während der Laufzeit ausreichend informiert.Skala 1–5 (Zustimmung)
3Haben Sie Veränderungen bei Teilnehmenden beobachtet, die Sie dem Programm zuschreiben?Ja / Nein / Weiß nicht. Wenn ja: ________
4Der Zeitaufwand für die Teilnehmenden war angemessen.Skala 1–5 (Zustimmung)
5Soll das Programm wieder stattfinden?Mehrfachauswahl: Ja, unverändert / Ja, mit Änderungen / Nein / Weiß nicht
6Was würden Sie an Umfang, Zielgruppe oder Format ändern?Freitext

Wie führen Sie die Befragung durch?

Anonymität. Entscheiden Sie sich und schreiben Sie es oben hin. Anonym: Antworten sind niemandem zuordenbar. Vertraulich: Die Koordination sieht, wer geantwortet hat; berichtet wird nur gesammelt. In kleinen Gruppen berichten Sie erst, wenn so viele geantwortet haben, dass niemand erkennbar ist, und lassen Freitexte weg, die auf eine Person schließen lassen. Nach der DSGVO gehört in den Einleitungstext, wer die Antworten sieht und wie lange sie gespeichert werden. Wo ein Betriebsrat besteht, klären Sie Mitarbeiterbefragungen vorab mit ihm.

Zeitpunkt. Zwischenbefragung zur Halbzeit, Abschlussbefragungen in der letzten Woche oder bis zwei Wochen danach, Stakeholder-Befragung nach dem Abschlussbericht.

Rücklauf. Beim Kick-off ankündigen, kurz halten, mit Frist verschicken, ein- bis zweimal erinnern, fünf Minuten in der Abschlussrunde einplanen und der nächsten Runde zeigen, was sich geändert hat.

Skalen stabil halten. Geänderte Fragen sind mit früheren Runden nicht mehr vergleichbar.

Wie werten Sie die Ergebnisse aus?

  1. Mit der Rücklaufquote beginnen. Für Mentoren und Mentees getrennt: wie viele von wie vielen geantwortet haben. Ist sie niedrig, beschreiben die Ergebnisse die Antwortenden, nicht das Programm.
  2. Verteilungen statt nur Mittelwerte zeigen. „Sieben von zwanzig Mentees sahen keine Passung zu ihren Zielen“ sagt mehr als ein Mittelwert von 3,6.
  3. Mentoren und Mentees vergleichen. Weichen beide Seiten bei derselben Frage ab, etwa zur Häufigkeit der Treffen, genauer hinsehen.
  4. Mit Aktivitätsdaten abgleichen. Tandems, die schlechte Passung melden und sich selten getroffen haben, gehören auf die Liste für die Matching-Überprüfung.
  5. Die 0–10-Frage als Trend lesen, nicht als Benchmark. Vergleichen Sie mit Ihren eigenen früheren Runden; Werte anderer Programme oder Branchen sind anders erhoben.
  6. Jeden Freitext lesen, nach Themen gruppieren und zählen.
  7. Den Kreis schließen. Zwei, drei Änderungen festhalten. Wie daraus ein Bericht für die Geschäftsleitung wird, zeigt der Leitfaden Mentoring-Ergebnisse berichten.

Wie passen Sie die Vorlagen an?

Nach Programmtyp. Im Mentoring im Unternehmen fragen Sie, ob die Führungskraft die investierte Zeit unterstützt hat. Bei Studierenden nach der beruflichen Orientierung, bei Gründerteams nach einer konkreten Geschäftsentscheidung.

Gruppen-Mentoring. Ersetzen Sie „mein Mentor“ durch „meine Mentoring-Gruppe“ und fragen Sie, ob alle zu Wort kamen.

Kurze Programme. Bei drei Monaten oder weniger können Sie die Zwischenbefragung weglassen und auf das Feedback pro Treffen setzen.

Keine Fragen ohne Konsequenz. Ein kurzer Fragebogen mit hohem Rücklauf sagt mehr als ein langer, den kaum jemand beendet.

Weitere Vorlagen und Leitfäden für jede Programmphase finden Sie in der Leitfaden-Übersicht.

Häufig gestellte Fragen

Welche Fragen gehören in einen Evaluationsfragebogen für ein Mentoring-Programm?

Fragen Sie nach vier Bereichen: wie die Beziehung funktioniert (Passung, Vertrauen, Häufigkeit der Treffen), Fortschritt bei den Zielen des Mentees, Unterstützung durch das Programm (Matching, Materialien, Koordination) und was sich ändern soll. Dazu kommen eine Weiterempfehlungsfrage und zwei offene Fragen. Die Vorlagen auf dieser Seite decken das für Mentees und Mentoren ab.

Wann sollte man Teilnehmende eines Mentoring-Programms befragen?

Eine kurze Zwischenbefragung zur Halbzeit, solange sich ein unpassendes Tandem noch korrigieren lässt, und eine ausführliche Abschlussbefragung in der letzten Programmwoche oder bis zwei Wochen danach. Ein Feedback mit drei Fragen nach jedem Treffen ist optional und funktioniert, wenn es unter einer Minute dauert.

Sollte die Mentoring-Befragung anonym sein?

Machen Sie die Abschlussbefragung anonym oder vertraulich und schreiben Sie klar, was davon gilt. Anonym heißt, niemand kann Antworten einer Person zuordnen. Vertraulich heißt, die Koordination kann es, aber niemand sonst sieht namentliche Antworten. Das Feedback nach einzelnen Treffen ist meist namentlich, weil es Tandems mit Unterstützungsbedarf erkennen soll.

Wie viele Fragen sollte ein Evaluationsfragebogen haben?

Die Zwischenbefragung fünf bis sieben Fragen, die Abschlussbefragung rund fünfzehn. Jede Frage sollte zu einer Entscheidung führen, die Sie tatsächlich treffen. Wenn niemand auf eine Antwort reagieren wird, streichen Sie die Frage.

Wie erhöht man die Rücklaufquote?

Kündigen Sie die Befragung beim Kick-off an und erklären Sie den Zweck. Verschicken Sie sie, solange das Programm noch läuft, halten Sie sie kurz, erinnern Sie ein- bis zweimal und zeigen Sie, was sich durch die Antworten der letzten Runde geändert hat. Ein paar Minuten zum Ausfüllen bei der Abschlussveranstaltung helfen ebenfalls.

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