Mentoring-Ziele: Arbeitsblatt zur Zielsetzung (SMART)

Aktualisiert: 8. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Ein Arbeitsblatt zur Zielsetzung im Mentoring ist ein einseitiger Plan, den der Mentee mit seinem Mentor ausfüllt: Entwicklungsfelder, ein bis drei Ziele im SMART-Format, Erfolgskriterien, Maßnahmen und Unterstützung, Meilensteine mit Datum sowie Platz für Zwischen- und Abschlussbilanz. Die kostenlose Vorlage unten können Sie drucken oder kopieren.

Setzen Sie sie im ersten oder zweiten Gespräch jedes Mentorings ein, das länger als ein paar Monate läuft. Aus „Ich will als Führungskraft wachsen” wird so etwas, das beide verfolgen können.

Wie nutzen Sie das Arbeitsblatt?

  1. Der Mentee füllt zuerst allein einen Entwurf aus. Abschnitt 1 und 2 (Profil und Entwicklungsfelder) dauern zehn Minuten. Grobe Formulierungen genügen.
  2. Bringen Sie den Entwurf ins erste oder zweite Gespräch. Der Mentor schreibt das Ziel nicht um, sondern fragt nach, bis es konkret und messbar ist. Die Seite des Mentees beschreibt der Leitfaden Ziele mit dem Mentor setzen.
  3. Füllen Sie pro Ziel einen SMART-Block aus (Abschnitt 3). Bei drei Zielen ist Schluss.
  4. Vereinbaren Sie Meilensteine mit Datum (Abschnitt 4). Tragen Sie Halbzeit- und Abschlussbilanz gleich in beide Kalender ein.
  5. Beginnen Sie jedes Gespräch mit dem Arbeitsblatt. Zwei Minuten Blick auf die Meilensteine verhindern, dass Ziele verblassen. Die Agenda-Vorlage für das Mentoring-Gespräch hat dafür einen eigenen Block.
  6. Nutzen Sie Abschnitt 5 und 6 für die Bilanzen. Entscheiden Sie pro Ziel: beibehalten, ändern oder streichen.

Wenn Sie auch Spielregeln wie Rhythmus, Vertraulichkeit und Abschluss schriftlich festhalten wollen, kombinieren Sie das Arbeitsblatt mit der Vorlage für eine Mentoring-Vereinbarung.

Die Vorlage

1. Profil des Mentees

  • Mentee: ________ Mentor: ________
  • Programm oder Kontext: ________
  • Aktuelle Rolle, Studium oder Gründungsvorhaben: ________
  • Programmstart: ________ Programmende: ________
  • Datum der Vereinbarung dieses Blatts: ________

In einem Satz: Wo ich am Ende dieses Mentorings stehen will:


2. Entwicklungsfelder

Kreuzen Sie bis zu drei Felder an und schreiben Sie je eine Zeile, warum es jetzt wichtig ist.

FeldWarum jetztStand heute (1 bis 5)
[ ] Führung oder Mitarbeiterführung________________
[ ] Kommunikation oder Präsentieren________________
[ ] Fachliche Expertise________________
[ ] Berufliche Richtung oder nächste Rolle________________
[ ] Netzwerk und Sichtbarkeit________________
[ ] Selbstvertrauen oder Entscheidungen________________
[ ] Geschäft, Produkt oder Finanzierung________________
[ ] Sonstiges: ________________________

3. Ziele im SMART-Format (ein Block pro Ziel)

Ziel 1

  • Ziel in einem Satz: ________
  • Spezifisch. Was genau ändert sich? ________
  • Messbar. Woran sehen wir es? ________
  • Attraktiv und erreichbar. Warum ist es in dieser Zeit mit dieser Unterstützung realistisch? ________
  • Relevant. Wie hängt es mit meiner Rolle oder meinen Plänen zusammen? ________
  • Terminiert. Erledigt bis: ________
  • Erfolgskriterien. Ich weiß, dass es geklappt hat, wenn:


  • Meine Maßnahmen:
    1. ________ bis ________
    2. ________ bis ________
    3. ________ bis ________
  • Benötigte Ressourcen (Personen, Kurse, Bücher, Tools, Budget): ________
  • Unterstützung durch den Mentor (Feedback, Kontakte, Übung, Erfahrung): ________
  • Wahrscheinliches Hindernis und mein Umgang damit: ________

Ziel 2

  • Ziel in einem Satz: ________
  • Spezifisch: ________
  • Messbar: ________
  • Attraktiv und erreichbar: ________
  • Relevant: ________
  • Terminiert. Erledigt bis: ________
  • Erfolgskriterien: 1. ________ 2. ________
  • Maßnahmen: 1. ________ bis ________ 2. ________ bis ________ 3. ________ bis ________
  • Ressourcen: ________
  • Unterstützung durch den Mentor: ________
  • Hindernis und Plan: ________

Ziel 3

  • Ziel in einem Satz: ________
  • Spezifisch: ________
  • Messbar: ________
  • Attraktiv und erreichbar: ________
  • Relevant: ________
  • Terminiert. Erledigt bis: ________
  • Erfolgskriterien: 1. ________ 2. ________
  • Maßnahmen: 1. ________ bis ________ 2. ________ bis ________ 3. ________ bis ________
  • Ressourcen: ________
  • Unterstützung durch den Mentor: ________
  • Hindernis und Plan: ________

4. Meilensteine

#MeilensteinZiel (1, 2 oder 3)ZieldatumErledigt amNotiz
1________________________________________
2________________________________________
3________________________________________
4________________________________________
5Halbzeitbilanzalle________________________
6Abschlussbilanzalle________________________

5. Halbzeitbilanz

Datum: ________

ZielFortschritt bisher (Belege)Im Plan?Entscheidung
1________ja / teilweise / neinbeibehalten / ändern / streichen
2________ja / teilweise / neinbeibehalten / ändern / streichen
3________ja / teilweise / neinbeibehalten / ändern / streichen
  • Was am meisten hilft: ________
  • Was im Weg steht: ________
  • Änderungen an Zielen, Terminen oder Maßnahmen: ________
  • Was der Mentor anders machen wird: ________
  • Was der Mentee anders machen wird: ________

6. Abschlussbilanz

Datum: ________

ZielErgebnis gemessen an den ErfolgskriterienErreicht?
1________ganz / teilweise / noch nicht
2________ganz / teilweise / noch nicht
3________ganz / teilweise / noch nicht
  • Das Wichtigste, was ich gelernt habe: ________
  • Eine Gewohnheit oder Fähigkeit, die ich beibehalte: ________
  • Mein nächstes Ziel, ohne Mentor: ________
  • Wie wir in Kontakt bleiben (falls gewünscht): ________

7. Unterschriften

  • Mentee: ________ Datum: ________
  • Mentor: ________ Datum: ________
  • Halbzeitbilanz, Kürzel: ________ ________
  • Abschlussbilanz, Kürzel: ________ ________

Welche Beispiele für Mentoring-Ziele gibt es?

Allgemeine Ausgangspunkte. Der Mentee formuliert sie in eigenen Worten, mit eigenen Daten und Zahlen.

ZielgruppeBeispielziele
MitarbeitendeDas nächste Quartals-Review eines Projekts vollständig leiten und danach Feedback von zwei Kolleginnen oder Kollegen einholen. · Einen Entwicklungsplan für die nächste Rolle entwerfen und bis zu einem festen Datum mit der Führungskraft besprechen. · Ein neues Tool so gut lernen, dass ich das Team darin schulen kann.
StudierendeDrei Berufswege auswählen und für jeden ein Informationsgespräch führen. · Zwei Praktikumsbewerbungen fertigstellen, die der Mentor gegengelesen hat. · Die Abschlussarbeit einem fachfremden Publikum vorstellen und Fragen beantworten.
Gründerinnen und GründerZehn Gespräche mit potenziellen Kunden führen und das Gesagte festhalten. · Den Pitch überarbeiten und vor einem echten Investorentermin zweimal mit dem Mentor üben. · Eine einfache monatliche Liquiditätsübersicht aufsetzen und mit dem Mentor durchgehen.
Neue FührungskräfteIn den nächsten drei Monaten alle zwei Wochen ein Einzelgespräch mit jeder direkt berichtenden Person führen. · Pro Woche ein konkretes, konstruktives Feedback geben und notieren, wie es ankam. · Eine wiederkehrende Aufgabe vollständig delegieren und nach dem ersten Monat nicht mehr kontrollieren.

Ziele, die nicht funktionieren: „eine bessere Führungskraft werden” (nicht konkret), „befördert werden” (nicht ganz in der Hand des Mentees) und alles, was der Mentee nur aufschreibt, weil er glaubt, der Mentor erwarte es.

Wie passen Sie das Arbeitsblatt an?

Kurze Programme, weniger Ziele. Bei einem dreimonatigen oder einmaligen Mentoring reichen ein Ziel und zwei Meilensteine. Abschnitt 5 wird dann zum kurzen Check.

Keine passende Formulierung? Fragen Sie: „Was würde jemand von außen sehen, das Sie anders machen?” So werden die meisten vagen Ziele konkret. Weitere Fragen finden Sie in der Vorlage Gesprächseinstiege fürs Mentoring.

Ziele dürfen sich ändern. Ein Ziel, das zur Halbzeit gestrichen wird, weil sich die Lage geändert hat, ist kein Scheitern. Halten Sie den Grund fest und setzen Sie nur dann ein neues Ziel, wenn noch Zeit dafür bleibt.

Persönliches gehört nicht in geteilte Kopien. Wenn die Programmkoordination die Blätter einsammelt, klären Sie vorher, welche Abschnitte sie sieht. Entwicklungsfelder enthalten oft Vertrauliches, und nach DSGVO sollte ohnehin nur erhoben werden, was nötig ist.

Im Programm bekommt jedes Tandem dasselbe Blatt. In einem Mentoring-Programm im Unternehmen sieht die Koordination so, welche Tandems Ziele haben und welche noch suchen, ohne Inhalte zu lesen. Verknüpfen Sie die Bilanzen mit dem Sitzungsplan: Der Leitfaden Mentoring-Sitzung strukturieren zeigt, wo Zielsetzung und Bilanz hingehören.

Weitere Vorlagen für jede Phase eines Mentorings finden Sie in den Leitfäden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ziele eignen sich für ein Mentoring?

Gute Mentoring-Ziele sind konkret auf den Mentee zugeschnitten, liegen in seinem Einflussbereich und sind am Ende des Programms im Verhalten oder im Ergebnis sichtbar. Beispiele: ein Teammeeting ohne Skript leiten, fünf Kontakte in einem Zielfeld aufbauen oder eine Geschäftsidee mit zehn Kundengesprächen prüfen. Ein bis drei Ziele reichen.

Wie formuliert man SMART-Ziele im Mentoring?

Jedes Ziel sollte spezifisch (was genau ändert sich), messbar (woran sieht man es), erreichbar (realistisch in der Zeit und mit der Unterstützung), relevant (passend zu Rolle oder Plänen) und terminiert (mit Datum) sein. Das Arbeitsblatt unten hat für jeden Buchstaben eine eigene Zeile.

Wie viele Ziele sollte ein Mentee haben?

Ein bis drei. Mit mehr als drei Zielen werden Gespräche zu Statusberichten, und für keines bleibt Zeit zum Üben. Kommt in der Mitte ein neues Ziel dazu, schließen Sie vorher ein bestehendes ab oder streichen es.

Wer schreibt die Ziele, Mentor oder Mentee?

Der Mentee. Der Mentor stellt Fragen, hakt bei vagen Formulierungen nach und hilft, das Ziel messbar zu machen. Formuliert wird es aber in den Worten des Mentees, denn fremde Ziele überleben den ersten vollen Monat selten.

Wann sollten Mentoring-Ziele überprüft werden?

Kurz in jedem Gespräch, ausführlich zur Halbzeit des Programms und noch einmal im Abschlussgespräch. Das Arbeitsblatt hat für beide Bilanzen einen eigenen Abschnitt mit der Entscheidung beibehalten, ändern oder streichen.

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